CHChronicles - über das Gewissen eines Piraten

Wer hätte gedacht, dass das so einfach läuft...

Kurzes Surren, gepaart mit blauem Aufflackern von überspringenden elektrischen Ladungen... rotes Blut läuft zähflüssig über die gesprungenen Bildschirme des Kontrollpannels... Der Raum ist erfüllt mit lichtem Rauch, der eklig in der Kehle kratzen würde, so eine Kehle noch röchelnd in den Genuss käme hier einen Atemzug zu tun... Schwere Schritte hallen immer leiser durch die Gänge...

Es mögen kaum zehn Minuten vergangen sein, da herrschte hier noch geselliges Treiben. Die sechs Wachmänner dieses Raumes tranken genüsslich ihren Kaffee, rauchten ihr Zigarettchen und plauschten über die Erlebnisse der letzten Tage, da sie nicht miteinander Dienst hatten. Kaum einem fiel auf, wie ein dunkler kleiner Schatten auf dem Dach des Gebäudes sich der Belüftungsanlage näherte, um dort gezielt mehrere Gasgranaten hineinzuwerfen. Es war kein grausames Gas... CrazyHarry hätte durchaus auch tötliches Giftgas im Gebäude freisetzen können... - Er bevorzugte jedoch jene Variante, die als ein verbotenes Rauschkraut im ganzen Imperium verboten war. Ihm nutzten hierbei seine noch bestehenden Kontakte zu einigen Schmugglern, um an dieses zu recht verbotene Zeug zu kommen. - Diese Bastarde waren jetzt wehrlos. Sie waren berauscht, lachten aus vollem Leib bis sie Schaum vorm Mund hatten oder Blut kotzten... oder... Sie bekamen Panikattacken, schossen und schlugen wild um sich, rannten die Gänge rauf und runter, bissen sich ihre Zunge selber als dem Mund und schlugen ihren Kopf gegen die kalten weißen Klinikwände bis ihnen ein visköser Brei anhaftet, der spontan jenes absonderliche Verhalten zu beenden pflegte...

"Höchste Sicherheitsstufe, soso..." CrazyHarry verzog keine Miene unter seiner Gasmaske, als er durch die Gänge dieses Komplexes wandelte, um sich an einen hiesiges Terminal der Krankenstation 4 zu setzen und nach einem ihm auffälligen Namen zu suchen... Neben ihm grölte ein ausgelassener Wachmann, was in CrazyHarry Reuhe weckte seine PK-370 nicht mit sich geführt zu haben. Das imperialistische Standartmodell der Wachmänner riss nicht alt so große Löcher. Es war einfach nicht dasselbe. Der Klang war absonderlich - lediglich ein kleiner Pfiff... und die Wunde war lachhaft. Dieser Imperiumsdiner musste schon ein ganzes Magazin kosten ehe CrazyHarry mit seinem Werk zufrieden war. Er zielte ganz beiläufig. Blickte eher zum Bildschirm, als auf den Wachmann, den er mit ausgestreckten linken Arm, der auch die Waffe hielt, unter Jaulen des Begnadeten zum Tanzen brachte. - Alle Probanden hatten hier Namen... bis auf... Patient 113... Dort sollte ihn sein Weg hinführen.

Widerlich, dieser Anblick. Adri lag festgeschnallt auf einem Bett. Ein Knebel war in seinem Mund. Elektrische Geräte waren im ganzen Raum verteilt. Seine Haare waren geschoren und ein metallisches Drahtartiges Geflecht war in seinen Schädel einoperiert worden, scheinbar, um direkt mechanisch auf seinen cerebrallen Kortex zugreifen zu können. Der Piratenkäpten kannte sich nicht aus in medizinsichen Belangen... Er wusste doch wohl aber Herztöne von Gehirnwellen zu unterscheiden, denn bei diesem Patienten gab es zwar noch Anzeichen von Systole und Diastole, jedoch machte eine lange Linie auf dem anderen Gerät ihm unbehagen.

"Alter Junge, hier endet unser gemeinsamer Weg." Jeglicher Gedanken daran, dass das Mitglied seiner Bande, im nun Folgendem leiden müsste, besänftige seinen Anführer durch ein gezielten Schuss in das Herz vom Dicken, gefolgt von einem direkten Schuss ins Hirn. "Gott allein weiß, was sie mit dir angestellt haben..." Er zog ein Laken über seinen Freund und wandte sich ab. Seine rechte Hand fuhr in die Brusttasche, um im nächsten Moment eine Münze bereitzuhalten. Mit leisen hoch klingenden Surren, schnippste er sie über die Schulter, während er für immer Schritt von diesem Friedhof nahm. Er sollte nie sehen, was für ein Ergebnis sie zeigte, doch mag ein stiller Beobachter wohlmöglichen gesehen haben, dass Kopf das Ergebnis war...

So'n Typ in der Klemme


Er hasste es... Diese interplanetarischen Reisen unter dem Deckmantel einer fremden Identität. Ein Schuss in der Nacht, sorgsam platziert von der rechten Schläfe hindurch zur Linken. Die ganze Arbeit wäre umsonst gewesen, wäre Blut auf die Kleidung gekleckert. Glücklicherweise neigt die eine oder andere Waffe zu sofortiger Verödung potentieller Blutungsstellen... So antiquiert ein Laser, doch sein mochte, hin und wieder fand er doch Anwendung.

Dieser Kleidung haftete der widerliche Geruch eines dem Imperium dienenden Händlers an. Schon beim Gedanken daran, stellten sich CrazyHarry die Nackenhaare auf. Ein abartiges Opfer, was er da brachte in die Klamotte dieses leblosen Pfennigfuchsers zu steigen. Und dennoch... Es musste getan werden. Er musste sich selbst davon überzeugen, wovon er gehört hatte.

Diese interplanetarischen Konservendosen... Viel zu eng, viel zu teuer... viel zu angreifbar... Er wusste genau, wie man mittels eines kleinen Jägerverbandes schon diese Blechbüchse hier binnen Sekunden auseinandernehmen konnte. Er hatte es selbst schon unzählige Male getan. Dieses Modell war nicht sonderlich neu... Es hatte die üblichen Probleme mit den Stabilisatoren. Sobald auch nur noch vier, der insgesamt zwanzig weggeschossen werden, zerfliegt das Ding in tausende von Einzelteilen durch die eigens durch den Schub erzeugte Schwerkraft...

Ihm war unwohl. Jegliches Vertraun verlor er, als er zur Decke sah, wie sich ein Tropfen kondensierten Wassers von der Außenhaut langsam sammelte, um im nächsten Moment auf die Hosen des Lumpens zu klatschen, die er nun tragen musste. Das war also die gehobene Reiseklasse des Imperiums...

Er reiste ohne Begleitung, zu auffällig wäre es gewesen, hätte er sein übliches Gefolge mit sich geführt. Seine PK-370 sollte sein einziger Begleiter sein. Den Laser hatte er schon vor Antritt der Fahrt entsorgt. Nichtmal einen Tropfen konnte er anrühren. Er war im Zweifel, was schlimmer war... Der Geschmack des Fusels, der hier angeboten werden würde oder aber die Auswirkung... Er neigte dazu im Suff gelegentlich der Außenwelt Emotionen zu zeigen... Nun musste er seine Sinne beisammen halten... Das Porträt auf dem Ausweis des kaltgestellten Händlers sah ihm nicht sonderlich ähnlich, hatte jedoch dazu gereicht ihn auf diesen Dampfer hier zu verfrachten, nachdem er begeistert von den Produkten des Julius Systems erzählte... Die Wächter unterbrachen schnell, winkten ihn hindurch und fanden recht flink wieder Gefallen an einem prahlenden Gespräch über den einen oder anderen kriminellen Gesuchten, den sie schon gefasst hatten. Wie gerne hätte er diesen arroganten Schnöseln gleich das komplette Nasenlochprogramm verpasst... - ... Es ging nicht... Er verfolgte ein anderes Interesse. Seine Gelüste sollten für dieses mal ungestillt bleiben.

Adri der Dicke, dieser arme Irre, war in die Fänge des Imperiums geraten, nachdem er einen regen Haufen Wächterleichen um sich gescharrt hatte bei dem Versuch den größten Handelsposten des Gammasektors einzunehmen. Es war ein kühnes Vorhaben mit wenig Aussichten auf Erfolg, doch hatte Adri sich von diesem nicht abbringen lassen wollen. Sie hatten ihn geschnappt... Lebendig zwar, aber was heißt das schon, wenn einem lediglich noch das Herz im typischen Rhythmus schlägt und das Hirn kaum mehr reicht, um eine 50 Watt Birne zum Leuchten zu bringen. Er soll mit Drogen vollgepumpt worden sein, ohne Rücksicht, damit er über die True Crime erzählt... Was sie ist. Welche Rolle er spielt. Warum er im Kerngebiet des Imperiums ein solches Risiko eingeht und viele Fragen mehr... Letztendlich ist er in einer Klinik für Geistig Kranke gelandet mit der höchsten Sicherheitsstufe...

CrazyHarry wusste noch nicht wie er dort reinkommen sollte... Er hatte noch keinen Plan... So musste er observieren, um vor Ort erst nach einer Möglichkeit zu suchen... Es sollte Tage ihn Tage kosten...

Business as usual?

Dereinst flogen die stolzen goldenen Vögel so hoch am Himmel, dass nichtmal der schwarze Rabe sie erspähen konnte. Ein goldener Schwarm stürzte aus der Sonne und hetzte den Raben in sein Versteck...
Der Rabe schwor sich bald noch höher zu fliegen, als es die goldenen Vögel konnten...

CrazyHarry schlug das Märchenbuch zu. Er hatte es von einem Händlerschiff... Millionen dieses nichtssagenden Tants hatte der Krämer geladen. Es hätte eine Cashlieferung sein sollen und somit war der Pirat gerade derartig mies gelaunt, dass im nächsten Moment anfing den ersten der Matrosen, der sein feiges Heil in einer Rettungskapsel suchte, die Waffe an die Bust zu halten...
"Wo ist die Cashlieferung, du Hurensohn!", donnerte es aus seinem Rachen. Der Matrose konnte es nicht wissen und dennoch sollte sein Blut wegen ausbleibender Antwort die Seiten des neben ihm zerrissen liegenden Märchenbuches rot färben...

Amüsiert über dieses Schauspiel, wie das Buch langsam das Leben des röchelnden Matrosen aussog, sollte sich die Laune des Piratenkommandeurs sogleich bessern: "Ha!, der Rabe ändert sein Farbenkleid!"

Sein süffisantes Lächeln verbarg jedoch die Absicht nicht, denn alte Laster legt man bekanntlich nur schwerlich ab. Das volle dritte Nasenlochprogramm sollte dem Leiden des an der Grenze des Koscheren Matrosen ein Ende bereiten.

Mit ernster Miene blickte CrazyHarry um sich, während er seine PK-370 samt qualmenenden Laufs zurück das Holster schob, und war sich hiernach gewiss lediglich seinen Piratenbruder Ryk84 neben sich zu haben: "Wir müssen aufpassen nicht in dieser schändlichen Umgebung zu verweichlichen.", sprach er und klopfte gleichsam seinem Waffenbruder auf die Schulter, um ihm von diesem blutigen Szenario fortzuführen: "Wir können uns keine Schwäche mehr leisten!"

Und so trieb ein Schiffswrack mehr durch das All, gespickt mit verstümmelten Leichen und ettlichen Märchenbüchern...




Und der Rabe breitete Seine Flügel aus, um aufzusteigen.

Der Schultern schwere Last...

Und so vergingen die Tage, getrieben von der Eintönigkeit längst alltäglicher Gedanken. Blutiges Handwerk wird Normalität am Abzug einer Mothercanon der zweiten Baureihe, wie sie standartmäßig das Geschwader von CrazyHarry's Vampires verbaut hat. Das Schwarz des Weltraums wird gespeist, genährt an den Schrott, den das Imperium uns entgegenwirft. Der Befehl war Gewohnheit, doch das Cockpit lockte. Als Führer seines Geschwaders direkt am Drücker, wenn es darum ging neue Leben auszulöschen, deren Tot das Imperium zu verantworten hatte. Längst wich der Gedanke nur seine Mannen zu versorgen. Die letzte Schlacht hatte ihn gelehrt, dass bereits zu viele Steine gefallen waren, als dass sich der Lauf der Zeit noch aufhalten ließe.

Sie waren gebrandmarkt als die wahren Verbrecher. Jene Kreaturen, die keinen Greul kannten, und deren Köpfe im ganzen Imperium gesucht sind. Hass ihr Antrieb und unstillbar ihre Gelüste nach Rache erhielten sie längst ihren Namen. Keine Erinnerung mehr daran, dass jene armseeligen Leute einst im Stich gelassen wurden waren - Ihrem Schicksal auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Die schamlosen Taten des Imperiums wurden durch sich selbst negiert. Zu stark war der Einfluss auf die Berichterstattungen und für jene Bürger, die geblendet werden wollten, war es wie Balsam für die Seele einen neuen Feind zu kennen, den sie verachten konnten. Nein, diese Piraten, die Kriminellen, wurden zu den waren Schuldigen an ihren Verbrechen gemacht. Unausgesprochen blieb ihre Not, die sie einstmals zu ihren Taten trieb. Unlängst war diese Not dem Hass gewichen. Sie wurden verschrien als die waren Schuldigen an ihren Verbrechen, geschaffen in ihrer selbst durch das Imperium.



So kam es, dass das wahre Verbrechen des Imperiums, der Verrat an der eigenen Menscheit, das Hungern und Sterben der Leidenden verschwiegen blieb.

Und so formte sich eine neue Gesellschaft, die ihren Namen in die Welt hinausschreiten, als wären die Bürger des Imperiums noch zu einer eigenen Meinung im Stande... Ihr Name war True Crime.

Eine Legende wird geboren

Sie erzählt von einem Mann, der einstmals im Dienste des Imperators stand. Einen früheren Gefangenen, dem Weib und Kind genommen wurde. So heißt es, dass er geflohen ist, um wiederzukommen und sein Werk zu verrichten. Sein Schicksal soll ungewiss sein, so erzählen die Trümmer des ehemaligen Strafgefangenensystems. Hier sollen jetzt noch zerrissene Leiber und Schiffwracks durch den Raum treiben und von den Geschehnissen zeugen. Kein Name wird genannt, doch ist für jene, welche ihn umgeben, klar, dass er der Eine ist - der wahre Kern der Geschichte, die zu dieser Zeit durch die Spelunken dieses Universums von Mund zu Mund getragen wird. Oft wechselt die Gestalt des Einen, die Größe der Flotten oder gar die Anzahl der zu überwältigenden Männer. Manchmal spricht man auch von einer einzigen Gestalt, die durch seinen Willen gesteuert Schiffe zum Bersten bringen konnte...

Er selbst, gibt nicht viel auf solche Geschichten. Taten formen Geschichten. Geschichten formen Legenden.
Es ist ein blutiges Handwerk, welches er vollrichtet - Nichts, was es wert wäre Stolz zu empfinden, doch genug, um sein Verlangen nach Vergeltung zeitweise zu mindern.

Ein Wolf leckt sich die Wunden

Fassungslosigkeit macht sich in den Gesichtern der Frauen und Kinder breit, als der zerschossene Bug der Hot Susanne einen tiefen Graben in das Landeareal reißt. Rauch steigt auf vom letzten Rest des ehemaligen Stolzes seiner Bewohner. Menschen verlassen das qualmende Wrack, während sich das Lösch- und Bergungsgerät bereits seinen Weg zum ächzenden Koloss macht.

"Hat sie uns doch nach Hause gebracht", CrazyHarry streicht ein letztes Mal über die Außenhaut seines Schiffes, um sich im nächsten Moment abzuwenden. Kein weiterer Blick fällt über seine Schultern im Wissen, dass dieser Anblick ihm das Herz zerreissen könnte. Dieser Sieg war teuer erkauft. Eigene Leben wurden getauscht gegen die klagevollen Leiber der ehemaligen Häftlinge. Raumfähren und zerschossene Schiffe landen allseits von ihm, während der Piratenanführer seinen Weg zwischen den Schiffen sucht. Die Hände sind längst zu Fäusten geballt, die Rachegedanken gefasst. Schon formiert sich eine erste Linie der Geretteten vor CrazyHarry: "Seid unser Herr. Wir stehen für euch eiii...", schon packt der Pirat regungslos den sprechenden Narren bei der Schulter, um ihn aus dem Weg zu räumen. Er landet unsanft, doch lebendig im Staub, den er nur zu gut durch seine tägliche Arbeit kennen sollte. Verständnislos blickt er dem Befreier hinterher, fokussiert ihn, um erst jetzt hintergründig ersehen zu können, worauf er zugeht.

Es sind die Frauen und Kinder der Gefallenen. Schon wird seine Siluette verschluckt von den klagenden Massen. Seine Botschaft ist unheilvoll, doch gebährt sie jenen Hass gegen das Imperium, aus welcher sich zukünftig der erbarmungslose Kampf nähren soll. Es sind die Söhne jener Dahingeschlachteten, welche bald reif genug sein sollen, um in seinen Dienst zu treten. Es sind die Geretteten, die erst jetzt zu verstehen scheinen, warum dieser Piratenführer auf diese Weise agiert.

Sein Blick weicht ab von jener Masse und gibt die Sicht frei auf das rege Treiben, was um ihn herum vorherrscht. Kisten voll mit Sternen aller Farben verlassen die Rümpfe der Schiffe. Funken sprühen von Brennern, die Einschusslöcher der Jäger zu flicken versuchen. Verwundete werden versorgt und aus den Schiffen geborgen...


Der Wolf leckt sich die Wunden. Sie heilen bereits. Er jagt, um sich zu nähren - so war es, doch so sollte es seit diesem Augenblick nie wieder sein.

Die Ankunft

"Wir verlassen den Hyperraum in 3, 2, 1..." Die Revenant geht in einem hellen Feuerball auf. "Verdammt!", der Piratenkäpten blickt fassungslos auf das Bild, was sich ihm bietet. Eine weitere Flotte des Imperiums hat sich eingefunden. Woher sie kam, weiß keiner, doch ist bereits die "Berserker" ihr nächstes Opfer. Grüne Bälle, weiße und rote Strahlen. Der Weltraum glüht. Entschlossen dringen Kommandos an die Fregattenführer: "Keilformation! Schützt die Hot Susanne!" Der Blick fährt zum Kanonier:"Basylisken abschussbereit machen", das Kommando wird befolgt. "Ziel auf die Mitte der imperialen Flotten in den leeren Raum! Zündung erfolgt per Fernzünder! RAKETENBÄNKE 3, 4, 7, 8 FEUER!"
"AN ALLE SCHIFFE! MAXIMALER ANTRIEB! RÜCKZUG!"

Was nun geschieht, hat keiner erwartet... Basyliskraketen haben einen Haken... Sollte auf sie gefeuert werden, zünden sie... Die letzte Rakete wird auf halber Distanz getroffen und setzt eine Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes in Gang. Wie an einer Perlenschnur detonieren die Raketen nacheinander, verstärken die Druckwelle um ein Vielfaches, welche sich zu allen Seiten ausbreitet. "HYPERANTRIEB! WEG HIER!"

Im Hyperraum werden die Verluste offensichtlich. Schadensberichte treffen von allen Schiffen ein. Ettliche Schiffssysteme sind durchgebrannt. Die Hot Susanne kann keine Waffen mehr feuern, glücklicherweise konnten die Jäger nicht starten, doch haben sich einige in den Hangars so verschoben, dass lediglich ein Viertel der Startrampen nutzbar ist. Die ersten Schiffe fielen dem Feuer der Imperialen Flotte zum Opfer, einige andere der Druckwelle der Basylisk Raketen.

Erzürnt wendet sich der Käpten ab, ist ihm doch klar geworden, dass ihn jemand verraten haben muss. Die Bordwand wird Opfer einer linken Geraden. Die Zigarre, welche sonst im Mund ruhte, zerquetscht er in der rechten Hand. Sein Gesicht zeigt seinen Ärger, die Adern an der Schläfe pulsieren, während die Augenbrauen weit in das Gesicht einfallen, gleichsam wie die Schiffe im folgenden Moment wieder den Raum verlassen sollen.
"WIR KEHREN ZURÜCK INS OMIKRON! MINIMALER SCHILD! MAXIMALE WAFFEN!"

Der jetzige Sprung verläuft ruhiger... Ein Trümmerfeld verläuft auf der Raketenbahn der Basylisken. Das Trägerschiff der imperialen Flotte war weit genug entfernt und scheint nur leichte Hüllenschäden zu haben. Der Mond jedoch ist zur Häfte geöffnet, gleichsam einer Schatztruhe. Es ist nun klar, dass die Schiffe nicht nur von einer Verstärkungsflotte stammten... Erste Rettungsschiffe starten, um nach Überlebenden zu suchen, während die dezimierte Armada auf den Mond zufliegt. Dieser beginnt sich wieder zu schließen, doch zu langsam... Die Zeit reichte wohl nicht, um im Inneren für Verteidigungsanlagen zu sorgen. Spärliches Feuer dringt aus seinem Kern, doch um so heller brennt es in ihm, als die Armada das Feuer eröffnet, um den Kern des Mondes von seiner faulen Saat zu befreien.

Luna I ist nichtmehr. Er zerbricht in seiner Struktur unter den Einschlägen des Piratenfeuers... Das Trägerschiff flüchtet sich unterdessen in den Hyperraum, ohne dass die Piratenbomber es nocht erreichen können - zu aussichtslos scheint die Lage...

Die Kommandos starten noch während der Korridor in den Verteidigungsring geschossen ist. Die Zeit drängt. Links und Rechts an ihnen vorbei, hagelt das Feuer der Flotte, um ihnen den Weg zu bereiten...
Die folgende Schlacht an der Oberfläche verläuft ohne Zwischenfälle. Zu stark hatte sich das Imperium auf die Mondbefestigung verlassen. Jedoch verheißt die Ankunft der Fähren und Rettungsschiffe wenig Gutes. Ettliche tote Leiber werden geborgen, doch sind die Überlebenden um so glücklicher...
Earth Lost Fanprojekt